Vom Dorfleben…

Vom Dorfleben…

Ich wohne im Moment auf dem Dorf.

Der Gedanke, dass es dort ruhig ist, lässt viele Berliner neidisch werden wenn man davon erzählt.

Was sie nicht bedenken: Egal was man braucht: ab ins Auto und zig km fahren. Das Auto braucht man auch – eine Öffi- Anbindung ist faktisch nicht existent sodass man von jeglichem Nachtleben im Grunde genommen vollständig abgeschnitten ist.

Wenns nicht hinterm Haus nach Gülle stinkt dann gegenüber. Die Nachbarn sind so erzkonservativ und spießig, dass das erste morgendliche Gespräch über den Nachbarn geführt werden muss, der zu selten Rasen mäht.

Dieser Nachbar mäht natürlich brav Rasen und während man das Rauschen einer Hauptverkehrsstraße noch wunderbar weg ignorieren kann, ist so ein Rasentrecker schon was besonderes 😉

Es hat auch was positives – sein Auto muss man eigentlich nicht mehr waschen; da Schlamm und Dreck omnipräsent sind, sieht es eh 50km später so aus als hätte man es überkopf durch den Acker gezogen.

Hirschviecher muss man natürlich mögen, die kommen nämlich regelmäßig in den Garten und fressen alles was man anpflanzt.

Der Breitbandausbau verlässt uns Dörfler dann auch an der Grenze zur nächst größeren Stadt – Musikstreaming unterwegs ist noch nix für uns.

Die einzige sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die es hier für Jugendliche gibt, ist mit der Flasche Schapps in den Wald zu gehen und zu hoffen, dass man erfriert bevor man von den Wildschweinen gefressen wird.

Berlin, Halleluja Berlin <3

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