Studium Medieninformatik

Studium Medieninformatik

Mit dem Studieren habe ich mich lange nicht beschäftigt.
Mit Realschulabschluss hielt ich das für außer Reichweite und die Aussicht darauf, nochmal eine Fachhochschulreife oder Abitur zu machen schien mir aufgrund des riesigen Anteils unnützen Wissens zum Auswendig lernen wenig reizvoll.

Die zur „Fachhochschulreife Technik“ notwendigen Unterrichtsfächer versprechen viel Langeweile und wenig Brauchbares:

  • Deutsch
  • Politik
  • Englisch
  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie
  • Technik(?)
  • Religion

Bei der Technischen Hochschule Lübeck habe ich dann die Möglichkeit des „Probestudiums“ gefunden.
Zitat der Webseite: „…Personen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, aber mit einer qualifiziert abgeschlossenen Berufsausbildung und einer Berufstätigkeit können sich für einen Studiengang bewerben….

Das klang doch schonmal besser; für ein Informatikstudium kann man sich auf diesem Wege also die Lernfächer Deutsch, Politik, Chemie, Religion in Gänze sparen, der Rest wohl ist mehr oder minder in Anteilen im Studium enthalten.

Natürlich hat die Sache auch einen Haken:
Als „Probestudent“ muss man eine Mindestleistung erbringen um nicht rausgeworfen zu werden.

Um vom Probestudenten zum vollwertigen Studenten zu werden muss man:

  • Nach zwei Semestern alle Module des ersten Semesters
    oder
  • Nach drei Semestern alle Module des ersten und die Hälfte des zweiten Semesters
    oder
  • Nach vier Semestern alle Module des ersten und zweiten Semesters
    bestanden haben

Um nicht vorzeitig raus zu fliegen:

  • Nach zwei Semestern die Hälfte des ersten Semesters
    und
  • Nach drei Semestern alle Module des ersten Semesters
    und
  • Nach vier Semestern alle Module des ersten und zweiten Semesters
    bestanden haben

Hat man vorher schon im EDV-Bereich gearbeitet, sollte das alles kein Problem sein.


Ich habe nach einem Semester alle Module des ersten Semesters mit einem Schnitt von 1,8 bestanden und „hätte durchaus fleißiger sein können“.

Es empfiehlt sich dringend, die Bedingungen des Probestudiums direkt im ersten Semester zu erfüllen, da es definitiv das einfachste Semester ist.

EDV Leute werden eventuell ihren Ohren und Augen nicht trauen wenn es los geht mit „so sieht ein PC aus, wenn wir den Deckel auf machen, ist da folgendes drin“.

Letztlich bringt das erste Semester Anfänger auf den Stand 2. – 3. Lehrjahr Fachinformatiker. Der Unterschied zwischen Studium und Ausbildung scheint hier in erster Linie der höhere Theorieanteil.
Die Ausbildung sagt einem, wie man etwas macht während das Studium eher den Hintergrund – warum ist das so? – erklärt; ansonsten ist die Schnittmenge aber sehr groß.

Wo wir beim Thema Schnittmenge sind gleich zu den Modulen des ersten Semesters:

Worauf einen die Ausbildung überhaupt nicht vorbereitet hat ist „Lineare Algebra“ – Mathe bleibt mein Kryptonit.

Die Module sind:

  1. Computerarchitektur und Betriebssysteme
  2. Einführung Informatik
  3. Grundlagen der Programmierung I
  4. Kommunikation, Führung und Selbstmanagement
  5. Lineare Algebra
  6. Mediendesign I

1. Computerarchitektur und Betriebssysteme enthält vorwiegend Grundlagen

  • Von Neumann Architektur (Hardvard Architektur wird angerissen)
  • Digitale Schaltungen auf einfacher Basis (Aufbau einer Speicherzelle und paar Gatter)
  • Speicherverwaltung (Paging, Swapping, Addressierungsarten)
  • Assemblerprogrammierung (nur Verständnis auf einfacher Ebene)
  • Sonstige Komponenten (DMA, Interrupt, E/A-Geräte, FAT-Dateisystem)
  • Prozesse/Threads/Betriebsmittel/Prozesstabelle, Scheduling
  • Kernel/Usermode

Alles in allem kein Hexenwerk; etwas Lernaufwand sollte man dennoch betreiben (expotentiell zur gewünschten Note), da der zuständige Professor Blaurock echt gut ist was Präsenzen angeht aber vergleichsweise anspruchsvolle Klausuren stellt.

Themen, an die ich mich erinnere, waren von Neumann zeichnen, Umrechnen virtueller in physikalische Speicheradressen, Speicherzellanordnung im FAT-Dateisystem, Scheduling, DMA

Für Bestehen mit 3-4 sollte aber Besuch der wöchentlichen Videokonferenzen und der Präsenzen sowie bearbeiten der Einsendeaufgaben ohne weiteres Lernen ausreichen.

Ich konnte die Klausur fertig nach 80 von 120 Minuten abgeben und nein, es ist weder 3 noch 4. 🙂

2. Einführung Informatik


An sich ein schönes Fach um einen Überblick zu bekommen.
Es schneidet sich mit CauBS und Grundlagen der Programmierung an einigen Stellen.
Der Dozent Herr Breuker hat das extrem gut gemacht und spannend verkauft auch wenn ich aus dem persönlichen Gespräch weiß, dass er das Modul nicht mag. (Respekt dafür, etwas ungeliebtes so gut zu machen)

Folgende Inhalte waren relevant:

  • Umrechnen in Zahlensystemen (binär, hex, oktal)
  • IEEE754 Fließkommazahlen
  • Gerichtete/ungerichtete Graphen
  • Entity-Relationship Diagramm
  • Unified Modeling Language
  • Sortierverfahren (speziell Bubblesort)
  • Einfache Algorythmen

Letztlich war dies alles auch Prüfungsinhalt, die Prüfung war aber sehr einfach und flach gehalten.

Ich habe nach 40 von 120 Minuten abgegeben und volle Punktzahl bekommen.

Für Bestehen mit 2-3 sollte der Besuch der wöchentlichen Videokonferenzen und der Präsenzen sowie bearbeiten der zwei Einsendeaufgaben ohne weiteres Lernen ausreichen.

…to be continued…

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